Drogenberatung in der Apotheke - ACHTUNG DIESE VERANSTALTUNG FINDET AM 26.10.2020 ALS WEB-SEMINAR (BYA208086W) statt!

Neben ihrer Hauptaufgabe, der ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung obliegt es den Apothekern, auf Missbrauch von Arzneimitteln und Drogen zu achten: das Erkennen derartiger Probleme, die Aufklärung über Folgen des Missbrauchs, die Weitergabe von Informationen und auch persönliche Unterstützung vielfältiger Art können von jeder Apotheke geleistet werden.
Die Alltagssprache versteht unter Drogen illegale Drogen, pharmakologisch sollten aber auch alle zentral wirksamen Stoffe dazugezählt werden. In beiden Fällen gibt es ein großes Potential von Fehlgebrauch oder Missbrauch bis hin zu illegalem Weiterverkauf.

In Apotheken werden seltenst Drogentests bei Missbrauchsverdacht durchgeführt, es müssen daher andere Aspekte als Hinweis herangezogen werden: Verändert sich bei Stammkunden über die Zeit das Verhalten hin zu Nervosität, Agitiertheit, Sedierung oder Aggression, kann dies als Hinweis auf einen Missbrauch gelten; gleiches gilt für extreme Hautbildveränderungen, auffällig große Mengen von (verordneten) kritischen Arzneistoffen oder zunehmende Verwahrlosung. Der Kauf von Spritzen und Nadeln erscheint oberflächlich als typisches Warnsignal, kann aber auch andere Gründe haben. Zudem ist ein Gebrauch von sauberen Spritzen z. B. für Heroin immer noch besser als der von gebrauchtem Besteck. Klassischer Drogenkonsum ist zwar oft zu vermuten, jedoch im Alltag ohne Test schwer zu belegen. Wenn aber mehrere Missbrauchs-Hinweise zusammenkommen, sollte vorsichtig nachgefragt werden. Bei Stammkunden ist das bestehende Vertrauensverhältnis das wichtigste Pfund, mit dem die Apotheke wuchern kann. Denn auch Drogensüchtige sind Menschen - nur eben mit einer Suchterkrankung.

Die Apotheke sollte stets versuchen dazu beizutragen, dass der Missbrauch langfristig beendet wird: Aufklärung ohne erhobenen Zeigefinger - die Süchtigen wissen meist sehr genau, was sie ihrem Körper antun -, Vertrauen bilden, Hilfen anbieten (Beratungsstellen, Entziehungskliniken, Substitutionspraxen etc.), und eine persönliche Betreuung ohne Verurteilung sind Grundvoraussetzung dafür. Solange ein Süchtiger in die Apotheke kommt, ist er greifbar und ansprechbar. Zwei Dinge dürfen dem Helfer jedoch nicht passieren: Eine Co-Abhängigkeit wirtschaftlicher oder persönlicher Natur und eine Art Helferkomplex. Hier hilft meist eine gesunde Vorsicht.
Bei der Drogensubstitution reicht die Spannbreite der Möglichkeiten von der Einnahme in der Praxis bis zur Einnahme zuhause. Die BAK hat dazu eine sehr ausführliche Handlungsanweisung erstellt, die auf der Homepage heruntergeladen werden kann.

Rezeptfälschungen oder Versuche ohne Rezept an bestimmte Arzneimittel zu gelangen, sind stets kritisch zu betrachten und müssen - zumindest im ersten Fall - angezeigt werden. Um etwaige Festnahmen zu ermöglichen, soll der Anruf bei der Polizei immer unbeobachtet, außer Hörweite und möglichst unauffällig erfolgen. Vorgelegte Rezepte sollten nicht von mehreren Personen angefasst werden, da sie Beweismittel sind.

Datum/Uhrzeit: Donnerstag, 22.10.2020, 20:00 bis 22:00 Uhr

Ort: Web-Seminar

Anmeldung: Die Anmeldung zu dieser Veranstaltung erfolgt über ein persönliches Online-Konto. Sie beantragen dieses einmalig bei der Bayerischen Landesapothekerkammer, und zwar online unter https://www.blak.de/fort-und-weiterbildung/fortbildung/fortbildungskonto.
Sofern Sie bereits Fortbildungsveranstaltungen bei der BLAK besucht haben, haben Sie bereits ein Online-Konto. Dieses nutzen Sie dann bitte auch für die Anmeldung, Kursnummer: BYA208086W.

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